Psalm 10

Ut quid Domine recessisti longe

Herr warumb trittest du so fern
verbirgst dich zu erbarmen
Der Gotloß vberhand nimpt sehr
sich muß leiden der armen
Der Gottloß sein mutwillen vbt
nach seim fürnemen wie ihm gliebt
rümpt sich wie ihn gelüstet.

Und der geirig sich selb segnet
vnnd lüstert Gott de Herren
Weil des Gottlosen zorn fürgeht
fragt er nach niemandt mere.
All sein anschläg die seind on Got
deine gericht seind im ein spott
er hand let trutze lichen.

In seinem hertzen er da spricht
mein reich nit gaht zu grunde
Es würt nit haben net erdicht
voll fluchens ist sein munde.
Un der seinr zung ist müh arbeit
sitzt auff der lawre alle zeit
er würgt die unschuldigen.

Text: Hans Sachs
Melodie: Sigmund Hemmel ???